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Dilemma (Dilemmata) - Definition

Kraus & Partner - Lexikon - Wirtschaftsbegriffe einfach erklärt

Definition - und Erklärung des Management-Begriffs "Dilemma (Dilemmata)":

Ein Dilemma (Plural: Dilemmata) ist ein Zielkonflikt. Von ihm spricht man, wenn eine Person oder Organisation zeitgleich mehrere, sich teils widersprechende Ziele erreichen möchte oder muss.

Ein typisches Dilemma auf der persönlichen Ebene ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hierfür gilt wie für alle Zielkonflikte: Es lässt sich, zumindest wenn man Beruf mit Karriere gleichsetzt, für die meisten Berufstätigen nur bedingt lösen. Denn wer viel Geld verdienen möchte, muss in der Regel auch viel arbeiten – also bleibt wenig Zeit für Familie und Freunde.

Dilemmata in Unternehmen

Vor ähnlichen Dilemmata stehen auch Unternehmen immer wieder. Ein typisches Dilemma, vor dem Unternehmensführer oft stehen, ist: Wenn unser Betrieb auch künftig zu den Top-Anbietern im Markt zählen soll, müssen wir investieren – in neue Produkte, Technologien oder Vertriebswege. Wenn unser Unternehmen hierfür jedoch viel Geld ausgibt, dann sinken seine Liquidität und sein Ertrag. Das Unternehmen wird also abhängiger von Kapitalgebern, was seine Eigenständigkeit gefährden kann – wenn etwas schief geht.

Dilemmata im Führungsalltag

Solche Dilemmata prägen auch den Führungsalltag. Ein klassisches Beispiel ist das Dilemma „Individuum versus Kollektiv“. Vor ihm stehen Führungskräfte beispielsweise, wenn ein Mitarbeiter über eine längere Zeit aufgrund einer privaten Belastung nicht die geforderte Leistung bringt. Dann muss die Führungskraft stets aufs Neue  entscheiden: Ist die Situation noch tragbar, oder muss ich die berüchtigte „Reißleine“ ziehen, um beispielsweise zu verhindern, dass die anderen Mitarbeiter rebellieren und der Bereich seine Ziele verfehlt.

Weitere klassische Dilemmata sind:
  • Wieviel Struktur gebe ich als Führungskraft vor und wieviel Freiraum zur Selbstorganisation räume ich den Mitarbeitern ein?
  • Wieviel Vertrauen in die Kompetenz meiner Mitarbeiter habe ich und wie viel Steuerung und Kontrolle ist nötig?
  • Wie lange halte ich an Vereinbarungen fest und wann werfe ich diese über Bord?
  • Wieviel Nähe suche ich zu meinen Mitarbeitern und wieviel Distanz wahre ich als ihr disziplinarischer Vorgesetzter?

Dilemmata sind nicht lösbar

Dilemmata sind nicht lösbar. Denn selbstverständlich muss ein Unternehmen zum Beispiel Vorsorge betreiben, dass es auch mittel- und langfristig erfolgreich ist – also investieren und sich verändern. Dabei muss es jedoch darauf achten, dass es sein Tagesgeschäft noch erfüllen kann und liquide bleibt.

Ähnlich verhält es sich auf der Führungsebene. Selbstverständlich muss eine Führungskraft in einer Zeit, in der Kernleistungen der meisten Unternehmen in  (bereichsübergreifender) Team- und Projektarbeit erbracht werden, verstärkt auf die Kompetenz ihrer Mitarbeiter vertrauen. Zugleich bleibt es jedoch ihre Aufgabe, sicherzustellen, dass ihr Bereich seinen Beitrag zum Erreichen der Unternehmensziele leistet. Also muss sie bei Bedarf auch steuernd eingreifen.

Dilemmata bzw. Zielkonflikte managen

Dilemmata beziehungsweise Zielkonflikte können nicht ein für alle Mal gelöst werden; sie können nur gemanagt werden. Das heißt: Die Führungskraft muss stets aufs Neue entscheiden, wo sie aktuell die Prioritäten setzt. Dabei darf sie jedoch ihren inneren Kompass nicht verlieren: Von welchen Werten lasse ich mich bei meiner (Führungs-)Arbeit leiten? Denn sonst wird eine Führungskraft unberechenbar und unglaubwürdig.

Wichtig für das Managen von Zielkonflikten ist, diese zu erkennen und nicht zu negieren; des Weiteren diese zu analysieren – zum Beispiel, indem man sich fragt:
  • Welche Ziele haben unser Unternehmen und seine Bereiche?
  • Wie hängen diese zusammen?
  • Welchen Einfluss haben sie auf den kurz-, mittel- und langfristigen Erfolg? Und:
  • Wo sind Zielkonflikte warum vorprogrammiert?

Regeln für Umgang mit Dilemmata vereinbaren

Wichtig ist es auch, im Team bzw. in der Führungsmannschaft Regeln und Prinzipien zu vereinbaren „Wie gehen wir mit Zielkonflikten um?“ Also zum Beispiel:
  • Wie sorgen wir dafür, dass wir bei der Alltagsarbeit nicht die langfristigen Entwicklungsziele aus dem Blick verlieren?
  • Wie gehen wir mit den sich teils widersprechenden Zielen der einzelnen Bereiche um?
Über die Zielkonflikte, die bei ihrer Arbeit bestehen, sowie die Prinzipien, von denen sie sich bei deren Management leiten lassen, sollten die Führungskräfte auch mit ihren  Mitarbeitern sprechen, damit sie für diese berechenbar bleiben.
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