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Concurrent Engineering - Definition

Kraus & Partner - Lexikon - Wirtschaftsbegriffe einfach erklärt

Definition - und Erklärung des Management-Begriffs "Concurrent Engineering":

Der Begriff 'Concurrent Engineering', auch 'Simultaneous Engineering', zu Deutsch: verteilte, gleichzeitige Entwicklung bezeichnet einen Vorgang in der Produktentwicklung. Damit wird die Abstimmung von Entwicklung und Produktion verbessert, da die Entwicklungszeit eines neuen Produktes verkürzt und spätere produktionsbezogene Änderungen vermieden werden.

Das Prinzip des Verfahrens ist die zeitgleiche Abfolge von traditionell nacheinander folgenden Arbeitsabläufen. Sobald in einem Arbeitsablauf genug Informationen erarbeitet wurden, wird parallel der nächste Arbeitsablauf begonnen.

Dies kann zu Mehrarbeit führen, da nicht mit dem endgültigen, sondern nur mit einem Informationszwischenstand gearbeitet wird, somit kann sich die Arbeitsgrundlage jederzeit verändern. Fehler können jedoch schneller erkannt und rechtzeitig beseitigt werden, bevor sie in einer späteren Phase große Kosten verursachen.

Besonders nutzbringend ist das Concurrent Engineering zwischen den Arbeitsabläufen Produktentwicklung und Produktionsplanung.

Traditionell sind Produktentwicklung und Produktionsplanung zwei streng getrennte, nacheinander folgende Schritte. Zuerst wird das neue Produkt konstruiert und komplett ausgearbeitet, danach beginnt die Planung der maschinellen Anlagen, mit denen sich dieses Produkt herstellen lässt.

Bei Anwendung von Concurrent Engineering beginnt die Produktionsplanung bereits früher. Sobald vorläufige Versionen des Produktes ausgearbeitet sind, wird damit begonnen, deren Produktion zu planen. Die Entwicklung läuft parallel dazu weiter und es findet ein ständiger Informationsaustausch zwischen den Bereichen statt.

Vorteil dieser Vorgehensweise ist die Zeitersparnis durch die bereits geprüften Produktionsmöglichkeiten und -kosten sowie die bereits teilweise geplanten Produktionsmittel, wenn das Produkt fertig entwickelt ist. Man spricht dabei auch vom Paradox des Concurrent Engineering, da an sich jeder Prozessschritt länger dauert, allerdings die Summe der Prozessschritte wiederum kürzer ist als im traditionellen Verfahren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist aber das frühzeitige Aufdecken von konstruktionsbedingten Produktionsproblemen:

Je früher eine Konstruktionsänderung vorgenommen wird, desto weniger Kosten fallen in der Regel an. Der schlimmste Fall bei der traditionellen Vorgehensweise ist, dass das Produkt komplett fertig ist, sich aber nicht herstellen lässt. Es muss also neu konstruiert werden. Concurrent Engineering hilft dabei, solche Erkenntnisse und daraus folgende Änderungen auf einen früheren Zeitpunkt zu verschieben.

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