Antworten auf Fragen zum Thema Change Phänomene - Grafik mit Fragezeichen - Dr. Kraus & Partner Blog

Im Rahmen unserer virtuellen Lernreise „back on track“, die wir gemeinsam mit den Handelsblatt Fachmedien konzipiert haben, erreichen uns viele Fragen zu den unterschiedlichsten (Krisen-) Themen. Wir sind davon überzeugt, dass diese Fragen nicht nur einzelne Personen beschäftigen, sondern eine Relevanz für eine Vielzahl von Ihnen haben. Aus diesem Grund möchten wir sie Ihnen gerne hier beantworten.

Frage zum Thema Kommunikation des Change-Teams:

„Wie kann ich in einer egozentrierten Kultur als Change-Team mit wenigen Mitarbeitern die gesamte Belegschaft zu der offenen Denkweise bewegen? Wo setze ich an, um wirklich etwas zu ändern und nicht als Change-Team mit der „idealistischen Sichtweise“ abgetan zu werden?“

Antwort von unserem Experten Stefan Bald:

„Grundsätzlich empfehlen wir hier kein „Gieskannen-Vorgehen“ bei dem alle die gleiche Intervention bekommen. Wir empfehlen eine differenzierte Analyse der Interessen und Motive. Der Umgang mit den jeweiligen Egoismen ist sehr individuell möglich. Das ist aufwendig, aber am wirkungsvollsten. Die Begleitung des jeweils Einzelnen, besteht einerseits durch die Unterstützung im Bewusstmachen, aber auch im Anregen und Erlebbarmachen von Verhaltensalternativen. Üben Sie die wertfreie Beschreibung des wahrgenommenen Verhaltens. Laden Sie zu einer Reflektion ein und fragen Sie nach möglichen Handlungsalternativen. Die Kunst liegt in diesem Vorgehen darin, das Selbstwertgefühl des Egozentrikers nicht zu verletzen, sondern ihm Hinweise zu geben, wie er mit einem anderen Verhalten ebenfalls und gegebenenfalls bessere Wertschätzung erreichen kann.“

Frage zum Thema Misstrauen in Corona-Zeiten:

„Wie kann man gerade in Zeiten von Corona, in denen man sich nicht in großen Gruppen persönlich zum Dialog treffen kann mit dem Phänomen Misstrauen umgehen und gegensteuern?“

Antwort von unserem Experten Stefan Bald: 

„Zu Zeiten von Corona, in der vornehmlich digital miteinander kommuniziert wird, ist es besonders schwer Misstrauen frühzeitig zu erkennen. Unsere Wahrnehmung braucht in der Regel alle Sinne. Unserer Meinung nach sind die Kontakt und Dialogsituationen höher zu frequentieren, auch digital. Vertrauen und Misstrauen sollte man konkret hinterfragen.
Fragen Sie also nach Zweifel und Irritationen, nach Störgefühlen und nach diversen Perspektiven. Fragen, fragen, fragen. „Wie sehen Sie das?“ oder „Wie schätzen Sie das ein?“. Der Fragende sollte eine offen Haltung für den Gegenüber spürbar machen und ihm Unterstützung anbieten, mit komplexen, dynamischen Situationen und Herausforderungen umzugehen. Gerade in einer komplexen Faktenlage oder sehr differenzierten vielfältigen Interessenlagen, ist es hilfreich, Überblicke und Sortierungen anzubieten. “

Frage/Anmerkung zum Thema Change Prozess:

„Ich versuche immer die Betroffenen zu Beteiligten zu machen. Deswegen gehe ich immer auf das WIR. Macht das keinen Sinn? Bei meinen Kunden kommt das immer sehr positiv an. Letztendlich haben alle das Gefühl, dass sie den Change Prozess selbst gesteuert haben.“

Antwort von unserem Experten Stefan Bald: 

„Das ist ein prima Hinweis. Vielen Dank. Das WIR, die Kooperation miteinander, ist in der Tat ein wichtiger Treiber in Veränderungen.“

Frage zum Thema Trauerprozess:

„Wie kann eine angemessene Gestaltung eines Trauerprozesses aussehen, wenn die Trennung von einem Mitarbeiter unumgänglich ist?“

Antwort von unserem Experten Stefan Bald: 

„Eine Trennung ist immer ein subjektiv gespürter Wertverlust. Die Trauer kann nicht verhindert werden, sie kann jedoch sehr professionell begleitet werden. Dafür sollten Sie die jeweiligen Emotionen im Trauerprozess verstehen und eine gute Einschätzung haben, wie die jeweilige Person in der Regel mit Emotionen umgeht, sie reguliert. Professionelle Unterstützung bietet Hilfestellung in der Regulation von Emotionen an.“

Frage zum Thema Misstrauen und Führung:

„Ist nicht Führung oft am Misstrauen schuld, weil in der Vergangenheit zu oft schöngeredet, Sparpläne verbrämt, Wahrheiten verschwiegen wurden? Was sich dann eben irgendwann rächt?“

Antwort von unserem Experten Stefan Bald: 

„Vertrauen und Misstrauen brauchen immer Partner, da sie sich immer auf ein Gegenüber beziehen. Menschen neigen dazu Ihr Misstrauen mit dem Verhalten von Anderen zu rechtfertigen. Mitunter ist das auch realistisch begründet. Dennoch ist es die Entscheidung des Einzelnen, mit welcher Haltung er auf sein Gegenüber zugehen möchte. Das kann und sollte jeder selbst bewusst entscheiden. Die Änderung des „Misstrauens-Spiels“ beginnt bei der Person im Spiegel.“

➡️ Weitere Fragen und entsprechende Antworten zum Thema Change Phänomene finden Sie bald hier auf unserem Blog oder alternativ auf unserem LinkedIn-Account

Autor*in dieses Artikels

  • "Stefan ist einer der erfahrensten Experten auf dem Gebiet Change-Management und -Beratung bei Dr. Kraus & Partner. Ein Mann der Tat, der durch seine energetische Persönlichkeit und seinen scharfen Verstand besticht."

  • "Vanessa bildet das Herz all unserer Marketing-Aktivitäten. Dabei ist sie ein wahres Multitalent: Sie versorgt unsere Online-Präsenzen mit Content, weiß genau, worauf es beim User ankommt und behält mit viel Organisationsgeschick dabei das Große & Ganze im Blick."