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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2010 / Seite 11
Wirtschaft | Wirtschaft

Die Zahl der Freiberufler steigt weiter

rike. BERLIN, 13. Juni. In Deutschland gibt es immer mehr selbständige Freiberufler. Im vergangenen Jahr arbeiteten hierzulande mehr als 1,1 Millionen Selbständige in einem freien Beruf - 5,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Statistik des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) hervor, die dieser Zeitung vorliegt. Die Liste der freien Berufe ist lang: Ärzte und Rechtsanwälte finden sich darunter, aber auch Heilpraktiker, Logopäden und Wirtschaftsprüfer. Allgemein geht es um höherwertige Dienstleistungen. Anders als Gewerbetreibende müssen Freiberufler keine Gewerbesteuer zahlen.

"Die freien Berufe zeigen sich selbst in der Krise als tragfähige Existenzen", sagte BFB-Präsident Ulrich Oesingmann und verwies darauf, dass die Freiberufler mehr als 10 Prozent zur deutschen Wirtschaftsleistung beitragen. Für den Arbeitsmarkt seien sie in der Wirtschaftskrise "ein Fels in der Brandung" gewesen. Freiberufler beschäftigten 2009 fast 2,7 Millionen sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter; das waren 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kamen 125 000 Auszubildende.

Dass die Zahl der Freiberufler seit Jahren steigt, führt der Verband auf eine grundsätzliche Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft zurück. Den technischen Berufen kämen zudem der rasante Technikwandel und Auslagerungen von Unternehmen zugute. In den rechts-, steuer- und wirtschaftsberatenden Berufen wiederum habe die Krise die Nachfrage verstärkt. Und die freien Heilberufe profitierten von der demographischen Entwicklung. Eine gewisse Sonderstellung nehmen die freien Kulturberufe ein. Denn auf diesem Feld gibt es das Phänomen der "Notselbständigkeit". Viele Kulturschaffende machen sich nur deshalb selbständig, weil sie keine feste Stelle finden. Im vergangenen Jahr legten die freien Kulturberufe mit 7,8 Prozent am stärksten zu.

(c) Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.2010 / Seite 15


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