geschrieben am 11.10 2011 / 09:10 Uhr
Hallo John,
vielen Dank für Ihren Beitrag.
Wenn ich Ihre Situation richtig verstehe, dann arbeiten sie vermutlich in (Software-)Entwicklungsprojekten. Die dort angewandten agilen Methoden mit iterativen Schleifen können, wenn man phasenorientierte Modelle wie z.B. aus dem Automotive-Bereich kennt, auf den ersten Blick chaotisch wirken. Sie haben aber aufgrund der Komplexität und v.a. Unplanbarkeit des Projekts durchaus ihre Daseinsberechtigung.
So viel zunächst mal ganz allgemein zu Ihrer Situation, was Ihnen vermutlich noch nicht sehr viel weiterhilft. Auch ein Ratschlag hinsichtlich einer vermeintlich besseren Struktur meinerseits wäre hier aus meiner Sicht nicht erfolgsversprechend, weil Sie dann ja versuchen würden, wie bereits von Ihnen erwähnt, unsere gemeinsame Idee einem anderen Bereich "aufzudrücken".
Bevor Sie sich über eine konkrete Veränderung der Situation Gedanken machen zwei Tipps meinerseits:
1. Stakeholder identifizieren und deren Sichtweise einholen:
Verschaffen Sie sich einen Überblick, wer die wichtigsten "Player" in Ihrem Projekt sowie zum Thema PM in Ihrem Haus sind und schildern Sie ihnen Ihr Anliegen. Dadurch verstehen Sie zum einen besser, warum die Dinge so sind, wie sie aktuell sind und zum anderen können Sie, wenn wirklich Änderungsbedarf besteht, Vorschläge mit den relevanten Entscheidern direkt diskutieren. Die weniger wichtigen "Player" werden dann automatisch Ihrem Vorschlag folgen.
2. Keine Veränderung ohne Notwendigkeit
Sie haben selbst geschrieben, dass die Projekte meist rechtzeitig fertig werden, auch wenn nach Ihrem Empfinden in unstrukturierter Art und Weise. Dennoch: Es funktioniert und so lange dies so ist bzw. keine Veränderungsnotwendigkeit aufgrund Budget- und/ oder Zeitüberzug oder enormen Qualitätsproblemen besteht, wird dies auch wohl so bleiben. Daher mein Rat: Schaffen Sie ein Bewusstsein für die Veränderungsnotwendigkeit und zeigen Sie den wichtigsten Stakeholdern die Vorteile Ihrer Sichtweise auf. Nur dann können Sie etwas bewegen.
Ohne diese beiden Schritte können Sie sich viele Gedanken darüber machen, was zu verändern ist. Es wird von Ihren Kollegen und der Organisation jedoch nicht angenommen werden, solange die es nicht auch so sehen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit weiterhelfen und stehe Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne für einen weiter Austausch zur Verfügung.
(daniel.krones@kraus-und-partner.de)
Herzliche Grüße
Daniel Krones